Wie kam der Tango zu mir?

ueber KarlheinzEine Geschäftsreise führte mich nach Montevideo und Buenos Aires. Kaum ein Argentinier konnte meinen Namen - Karlheinz Sorg – aussprechen also wurde ich zu Carlos und damit leichter integriert. Es gab jede Menge Arbeit aber auch eine Einladung der Geschäftsleitung in die Casablanca im Stadtteil San Telmo mit Abendessen und professioneller Tangoshow. Beeindruckend aber nicht eindrucksvoll!

Der Traum vom Tango

Im Anschluss beginnen 14 Tage Urlaub mit einem Freitag–Abendspaziergang durch eine abgelegene Ecke von San Telmo. Kurz vor Weihnachten, eine warme argentinische Sommernacht, ein Park gesäumt von blühenden Jacarandas, Menschen jeden Alters stehen in Grüppchen, sitzen auf Bänken, essen mitgebrachte Tapas, trinken argentinischen Rotwein, und ich fast als einziger Europäer mittendrin. In dem ganzen Trubel leise Töne eines Bandoneons. Es zieht mich magisch zu dem Platz mit einem Brunnen in der Mitte. Zwei Bandoneon Spieler auf einer Bank am Brunnen rücken ihre Tücher zurecht, eine Geigerin spannt den Geigenbogen und ein Kontrabass stimmt seine Saiten. Die ersten Töne fließen durch den Park und die Menschen halten inne. Ein kleiner, alter Argentinier im dunkelgrauen Zweireiher geht mit erhobenem Kopf über den Platz und mit einer Cabeceo fixiert er eine ältere Dame in einem engen Kleid. Sie erwidert den Blick, er stolziert auf sie zu, sie begegnen sich in einer innigen Abrazo und tanzen nun ihre traurigen Gedanken in einer Art die fasziniert. Ich bin wahrscheinlich der Einzige in der Menge der keine Ahnung von Tango hat. Aber dieses Erlebnis von Lebensfreude gemischt mit Melancholie prägte sich mir ein.

Träume sind Schäume

Wieder zurück in Deutschland holte mich die nüchterne Realität des Arbeitsalltag ein. Ich widmete mich wieder meiner damaligen Passion dem Rock ´n´ Roll als Turniertanz und der Tango war vergessen – bis meine Frau viele Jahre später fragte ob ich denn nicht mit Ihr Tangounterricht nehmen will.

Der Traum vom Tango kehrt zurück

Sofort erschien der alte Traum vom Tango vor meinen Augen und die Reise in eine neue Welt begann. Ein Wochenendworkshop der VHS brachte uns mit Maria Bischoff zusammen. Bis heute blieben wir unserer Lehrerin Maria Bischoff treu. Wir besuchten Workshops in ganz Deutschland, tanzten landauf landab durch die Milongas und leben heute den Tango.

Tangounterricht

Aufgrund dieses Werdegangs möchte ich mich nicht als Lehrer bezeichnen, sondern als Botschafter eines Lebensgefühls, das ich jedem der zu uns kommt, vermitteln will. Mein Hauptaugenmerk liegt auf der Präzision von Schritten, der Körperhaltung und der Leichtigkeit der Umarmung. Dadurch können die Paare in der „Pflicht“ des Tangounterrichts das Grundwissen erwerben um dann in der „Kür“ der Milonga das genussvolle Schweben auf Melodie und Rhythmus zu erleben. Dazu mache ich die Lernenden im Tangounterricht auch mit der Gliederung von Milonga Tanzveranstaltungen in Tandas und Cortinas und den Codigos vertraut, damit sie sich in der Tango Gemeinschaft sofort heimisch fühlen.

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